Mint-Woche

Die MINT-Woche am Quirinus-Gymnasium vom 09.05.-13.05.2016

In unserem Jubiläumsjahr 2016 wollten wir den heutigen Fächern am Quirinus-Gymnasium die Gelegenheit bieten, sich zu präsentieren. So entstand der Gedanke, eine naturwissenschaftlich orientierte Woche einzurichten, in der unsere MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und eigentlich Technik) vielfältige Aktivitäten anbieten. Der Grundgedanke war es, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Naturwissenschaften einmal ein wenig anders erleben.

Im Folgenden lesen Sie einige Berichte zu den durchgeführten Aktionen.

Biologen in Aktion – MINT-Woche 2016

Der Anfang ist geschafft – rechtzeitig zum 400jährigen Jubiläum erwacht der Schulgarten aus seinem Dornröschenschlaf.

Körperlicher Einsatz ist – mit Ausnahme des Sportunterrichts – in der Schule normalerweise nicht gefragt. Die MINT-Woche bildete in diesem Jahr eine Ausnahme: Steine wurden geschleppt, drei Tonnen Erde von Hand bewegt, Unkraut gejätet, gegraben, Radieschen, Kürbis, Möhren und vieles mehr gesät. Viele Klassen waren beteiligt, so dass die 8b unter fachkundiger Anleitung am Ende der Woche das Herzstück unseres neuen Schulgartens fertigstellen konnte – eine Kräuterspirale.

Neben dem Teich, der schon immer für biologische und chemische Wasseruntersuchungen genutzt wurde, gibt es schon seit dem letzten Jahr ein Modell zur Dachbegrünung. Neu sind ein Insektenhotel und die Kräuterspirale. Damit haben wir eine weitere Möglichkeit geschaffen, Natur besser zu erfahren und mit allen Sinnen zu lernen. Unser Traum ist ein grünes Klassenzimmer, das nicht nur für den Biologieunterricht genutzt werden kann. Aus einer verwilderten Ecke soll nach und nach ein schöner, ruhiger Ort entstehen, an dem Schüler, Lehrer und auch Eltern – z.B. bei Klassenfesten – zusammenkommen.

Nicht nur draußen im Schulgarten – auch in den Biologieräumen und außerhalb der Schule liefen besondere Aktionen:

Enthält das Lasagne-Fertiggericht tatsächlich das auf der Verpackung angegebene Fleisch oder wurde vielleicht Pferdefleisch verarbeitet? Im Schülerlabor „science to class“ arbeiteten Schüler/innen der Q1 mit Methoden der Gentechnologie wie PCR und Gelelektrophorese, um dies herauszufinden. Sie isolierten und analysierten professionell und selbstständig DNA aus verschiedenen Proben. Zusätzlich informierten sie sich über die Berufsfelder Biologie, Biochemie und Biotechnologie.

Praktisch arbeiteten auch einige Klassen der Mittelstufe. Ausgerüstet mit Skalpell und Einmalhandschuhen sezierten sie Fische oder untersuchten den Aufbau von Schweineherz,-lunge und -auge. Zu Beginn waren nicht alle Schüler/innen von dem ungewohnten Vorhaben begeistert. Die meisten überwanden aber ihre anfängliche Skepsis, streiften die Einmalhandschuhe über und sezierten.

Für die Klassen 5 und 6 war Herr Riedel mit seiner rollenden Waldschule angereist und erzählte so manches Wissenswerte über heimische Tiere in unseren Wäldern.

Im Rahmen des Unterrichts „Biologie und Sport – welchen Einfluss hat körperliche Aktivität auf unseren Körper?“ besuchten einige Schüler/innen der 10 EF die Medicoreha am Lukaskrankenhaus in Neuss. Dort konnten sie sich einem „Functional Movement Screen“ unterziehen und Methoden zum Ausdauer- und Rumpfkrafttesting kennenlernen.

Ohne Sponsoren und fachkundige Hilfe von außerhalb wären die Aktionen in der MINT-Woche kaum möglich gewesen.

Wir danken der Glehner Fleischerei Erkes für die Bereitstellung von Untersuchungsmaterial, der Medicoreha für kostenloses Testing und dem zdI Netzwerk Neuss für Fördergelder zur Durchführung des Schülerlabors und den Bau der Kräuterspirale. Herr Jungbluth vom Leibniz Gymnasium und der Gartenbaubetrieb Zirves aus Dormagen standen uns fachkundig zur Seite. Ein ganz besonderer Dank gilt der Familie Hagmanns, die spontan bereit war, kostenlos Steine für die Kräuterspirale zu liefern, sowie dem OBI Baumarkt in Neuss, der mit einer großzügigen Sachspende zur Begrünung des Kräutergartens und des Schulgartens beigetragen hat.

Was bleibt von der MINT-Woche 2016? Es war eine für Schüler/innen und Lehrer/innen anstrengende Woche, die uns viel positive Erfahrung brachte und teilweise überraschendes Engagement zeigte. Aber dieses Engagement, viele Helfer und viel gute Ideen werden wir auch langfristig benötigen.

Frau Klesse

Angepasstheit an den Lebensraum Wasser: Biologie zum Anfassen

mintwoche1Im Zuge der MINT-Woche und als Vertiefung des Unterrichts zu gewässerökologischen Themen präparierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a dreizehn Forellen, um sich mit deren Angepasstheiten an den Lebensraum Wasser intensiv und am realen Objekt auseinanderzusetzen. Dabei betrachteten sie zuerst die äußeren Merkmale eines jeden Fisches, wie z.B. das Seitenlinienorgan und die Kiemendeckel. In einem weiteren Schritt beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler genauer mit den Kiemen und der Atmung unter Wasser. Die Lernenden kannten die Funktion und den Aufbau der Kiemen bereits, das Organ dann aber schließlich am Realobjekt biologisch untersuchen zu können, bereitete den Schülerinnen und Schülern besondere Freude. Das zeigte sich auch im Anschluss daran, als es schließlich darum ging, die Bauchdecke der Fische aufzuschneiden und deren inneren Organe freizulegen. Im Fokus der meisten Schülergruppen stand dabei die Schwimmblase, die bei vielen Lernern Faszination auslöste. Auch wenn wenigen Schülerinnen und Schülern aufgrund des penetranten Fischgeruchs mit der Zeit übel wurde, arbeiteten nahezu alle Schülerinnen und Schüler gewissenhaft, interessiert und konzentriert. Die Begeisterung an diesem Biologieunterricht zum Anfassen spiegelte sich in den Augen der Schülerinnen und Schüler wieder – und zeigt sich in den Unmengen an Fotomaterial. Diese Biologiestunde bleibt vermutlich lange in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler haften.

Jens Schieck

Der Medicoreha-Besuch in Neuss

mintwoche2Keine Bücher, Tafeln oder aufgeschlagene Hefte. Nein, am 13.05.2016 stand alleine der eigene Körper im Vordergrund beim Besuch des Biologie Kurses bei der Medicoreha in Neuss. Dort wurden die Schüler für zwei Stunden durch einen gut strukturierten Ablauf geführt. Von acht Uhr bis zehn Uhr morgens wurden dem Kurs, der zuvor in zwei Gruppen aufgeteilt wurde, mehrere Geräte gezeigt und erklärt inwiefern welche Muskelgruppen gefordert werden. Ob es nun die Beine beim Isokinetischen Training waren, die Rücken und Bauchmuskulatur beim isometrischen Rumpfkrafttest oder die Ausdauer beim sogenannten IPN- Test. Jeder Körperregion kam auf seine Kosten. Während sich die eine Hälfte der Schüler mit den oben genannten Tests beschäftigte befand sich die andere Hälfte im oberen Stockwerk um sich mit dem FMS Testing zu beschäftigen. Gemeint ist damit eine Kombination aus verschiedenen Übungen die sowohl mit als auch ohne Hilfsmittel (Stange und Holzbrett) absolviert werden können. Die Schüler sollten sich dabei gegenseitig bewerten und auf einer Skala von eins bis drei Punkte verteilen. Dieses Punktesystem verhalf dabei zur nachfolgenden Auswertung. Diese wurde bei der ersten Gruppe durch einen fähigen Mitarbeiter und einen Computer durchgeführt, wo die Ergebnisse des getesteten Schülers fein säuberlich notiert und ausgewertet wurden. Nach einer Stunde dann tauschten die Gruppen und das Spiel ging von vorne los, geschafft war es dann um zehn Uhr. Die Schüler wurden mit ihren Ergebnissen und eventuellen Verbesserungsvorschlägen in die Schule entlassen.Carolin Dolan

Herstellung verschiedener Kosmetika

In der Projektwoche anlässlich des Jubiläumsjahres des Quirinus-Gymnasiums Neuss konnten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Kosmetikprodukte selbst herstellen. Da die Begeisterung groß war und schon bei der ersten Präsentation viele Produkte auf Interesse stießen, entstand schnell der Vorschlag, geeignete Artikel auf unserem Schulfest zum Verkauf anzubieten. Die Schülerinnen und Schüler entschieden sich für gesiedete und gegossene Seifenstückchen, Badekugeln, Lippgloss und Handcreme. Zur Abrundung soll der Verkaufsstand mit einem eigens dafür kreierten QGN-Parfum die Käuferschaft anlocken. Die Preisgestaltung und Produktauswahl wurde von unserem Mathematik-Team auf Rentabilität geprüft.

In dem „Koch-Workshop“ innerhalb der MINT-Woche wurden nun die ersten, haltbareren Produkte hergestellt. Die anderen Produkte werden erst kurz vor dem Fest frisch „gekocht“. Außerdem drehte das eigens eingerichtete Werbe-Team einen Werbespot.

Frau Lepper

Der OLED-Workshop

Dieser Workshop richtete sich mit diesem fächerübergreifenden Thema an die Oberstufenschülerinnen und –schüler unserer Schule. Es sollte eine organische Leuchtdiode gebaut werden, wie sie in vielen selbstleuchtenden Displays von Smartphones Verwendung findet. Durch den Einsatz von Kunststoffschichten, im Vergleich zu anorganischen LEDs, wird eine Bauweise ermöglicht, die flexible Displays realisiert.

Durch einfachste Mittel, wurde nun im Workshop, der Bau einer eigenen Low Cost OLED ermöglicht, die durch das Anlegen einer Spannung gelbes Licht aussendete. Die Wahl des Kunststoffes bestimmt dabei die Farbigkeit des Lichtes. Die Schüler lernten bei dem Bau das in der Wissenschaft oft verwendete Verfahren des Spincoatens kennen, bei dem mit Hilfe der Zentrifugalkraft eine dünne Schicht auf einem rotierenden Glas hergestellt wird. Solche Geräte kosten mehrere tausend Euro. Im Workshop wurde dieses Verfahren mittels eines PC-Lüfters realisiert.

Der Bau der eigenen OLED gelang fast allen Teilnehmern und schaffte so neben dem Verständnis einer aktuellen Technologie auch viel Freude am Forschen.

Frau Lansch

 „Roberta“-Workshop

Dieser Kurs zur Programmierung von Robotern des lego-mindstorms-Systems sprach die jüngeren Schülerinnen und Schüler an. In diesem ersten „Schnupperkurs“  lernten sie, wie man mit einer grafisch orientierten Oberfläche ein kleines Programm auf dem Computer schreiben kann und dieses auf die „Roberta“ überträgt. So wurde zunächst auf genaue Anweisung gefahren, Töne und Wörter ausgegeben und Dinge auf dem Display dargestellt. Sie machten erste Erfahrungen mit Wiederholungsschleifen, um ein Programm möglichst einfach zu gestalten. Schließlich konnten die „Robertas“ verschiedene Tänze aufführen, im exakten Quadrat fahren und lustige Dinge erzählen. Das Ende nach zwei Schulstunden fiel allen so schwer, dass man sich fragte, ob die Doppelstunde bereits vorbei ist. Bis jetzt wurden aber noch keine Sensoren eingesetzt und fast alle Schüler wünschten sich eine Fortführung. Somit sind in den kommenden Wochen zwei ergänzende Workshops geplant.

Herr Stienecker

Besuch der „Phänomenta“-Ausstellung im Rheinparkcenter

Am Mittwoch, den 11.05.2016, nahm die Klasse 6c mit Frau Surikov und Frau Lansch an einer Exkursion zur „Phänomenta“-Ausstellung in Rheinpark-Center teil. Mit einem freundlichen und kompetenten Begleiter machten die Schülerinnen und Schüler einen Rundgang, wobei das Anfassen und Ausprobieren nicht nur erlaubt, sondern auch ausdrücklich erwünscht war. Sie bestaunten tanzende Bilder, optische Täuschungen und Farbspiele, lachten vor gekrümmten Spiegeln, versetzten Federn und Pendel in Schwung, betraten die heimtückischen Brücken, die sie davor selbst gebaut hatten, zeichneten geheimnisvolle Lissajous-Figuren, ließen Scheiben schweben und Kugeln um die Wette rollen. Es gab viele Fragen, viele Antworten, viele Überraschungen und viel Spaß. Alles in allem war dieser Besuch für alle Teilnehmer eine lustige und erkenntnisreiche Unternehmung.

Frau Surikov

Knobelwettbewerb der Physik

In unserer MINT-Woche gab es eine tägliche Knobelaufgabe für die interessierten Physikschülerinnen und –schüler. Es ging bei den Fragen um ein Aquarium, um Linsen, um einen Besenstiel und eine Widerstandskette. Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen gab es Anfänger- und Fortgeschrittenenaufgaben. Lediglich am Freitag wurde ein einfaches Rätsel zur Elektrizitätslehre gestellt. Die Antworten kamen von Schülern jeden Alters und Geschlechts. Kein Wunder, denn es gab schließlich attraktive Preise aus der Physik zu gewinnen, wie beispielsweise Magnetknete, ein Flugzeug oder ein Kugellabyrinth.

Die Schülerlösungen zeigten in vielen Fällen ein beachtliches Verständnis der Physik und ein großes Engagement bei der Lösung von kniffeligen Fragestellungen. Vielleicht wird es ja eine Wiederholung geben, um gerade diesen besonders Interessierten noch mehr Anreize zu liefern.

Herr Stienecker