Migrantenförderung

Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss

migr01Seit 20 Jahren (Stand: 2016) existiert am Quirinus-Gymnasium – getragen durch das Land NRW und den Rhein-Kreis Neuss – das Projekt „Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss“.

Begabte Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft aus dem Rhein-Kreis Neuss, die entweder über keine Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen oder große Sprachdefizite aufweisen, werden hier auf den gymnasialen Unterricht vorbereitet bzw. zusätzlich im Fach Deutsch gefördert.

Ziel der Maßnahme ist es, Migranten die deutsche Sprache in einem Zeitraum von 2 bis 3 Jahren auf einem Niveau zu vermitteln, das eine erfolgreiche Teilnahme am gymnasialen Unterricht ermöglicht.

Entstehung des Projekts | Zielgruppe | Organisation und Verlauf der Förderung | Vorteile des Projekts | Zusätzliche Förderangebote | Erfolge des Projekts | Partnerschulen | Lehrkräfte | Kontakt

Entstehung des Projekts

Das Projekt entstand 1996 aus aktuellem Anlass: Der damalige Schulleiter des Quirinus-Gymnmigr02asiums, Herr OStD Dr. Johannes Hamacher, nahm einige Schülerinnen aus Migrantenfamilien auf, die die deutsche Sprache nicht beherrschten, und beauftragte einen seiner Kollegen, Herrn OStR Torsten Götte, mit der Aufgabe, diese Schülerinnen speziell beim Erwerb der deutschen Sprache zu fördern. Bis 2002 gab es am Quirinus-Gymnasium kleine Fördergruppen. Ab 2002 wurde das Projekt auf Kreisebene ausgeweitet, als alle damaligen Schulleiterinnen und Schulleiter der Gymnasien sich bereit erklärten, Schulplätze für geeignete Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu stellen.

 

Zielgruppe:

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Zielgruppe des Projekts sind Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland einwandern und aufgrund der guten bzw. sehr guten Zeugnisnoten aus den Heimatländern gymnasiale Eignung nachweisen.

 

 

 

Organisation und Verlauf der Förderung

Organisationsprinzip:

  • dezentrale Beschulung: Besuch eines Gymnasiums in der Nähe des Wohnorts
  • zentrale Förderung im Fach Deutsch am Quirinus-Gymnasium Neuss

Verlauf der Förderung

Die Förderung verläuft in 2 Phasen:

  • Phase 1 (Intensivphase) (Dauer: ca. 5-6 Monate)

Schülerinnen und Schüler besuchen einen Intensivkurs (20 Stunden wöchentlich) vormittags am Quirinus-Gymnasium. Dort erlernen sie einen Basiswortschatz, erwerben die Grundkenntnisse in Grammatik und die elementare Sprech- und Schreibkompetenz. Sie besuchen in dieser Zeit noch keinen Regelunterricht an ihrem jeweiligen Gymnasium.

  • Phase 2 (Dauer: 1,5 bis 2 Jahre)

Schülerinnen und Schüler nehmen vormittags regulär am Unterricht ihres Gymnasiums teil. Nachmittags werden sie zusätzlich zweimal pro Woche (5 Unterrichtsstunden) am Quirinus-Gymnasium weiterhin begleitend im Fach Deutsch gefördert.

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Vorteile des Projekts

  • gebührenfreier Unterricht und kostenlose Lehrmaterialien
  • individuelle Förderung durch binnendifferenzierten Unterricht
  • Abstimmung des Förderprogramms auf den gymnasialen Bildungsstandard
  • Schwerpunkt Hoch- bzw. Schriftsprache
  • enge Zusammenarbeit mit Klassenlehrern und Schulleitungen der beteiligten Gymnasien
  • Erstattung der Fahrkosten

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Zusätzliche Förderangebote

  • Möglichkeit der Teilnahme an einem geeigneten Fortgeschrittenenkurs für überdurchschnittlich begabte Teilnehmer der Intensivphase
  • Zusatzunterricht mit dem Schwerpunkt Textinterpretation und Aufsatzformen für besonders erfolgreiche Teilnehmer der Fortgeschrittenenkurse
  • Betreuung durch erfolgreiche Projektabsolventen und deutsche Mitschüler während des Unterrichts und nach der Schule

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Erfolge des Projekts

Zwei Drittel der Projektabsolventen, die in Deutschland geblieben sind, erreichten das Ziel der Integration am Gymnasium. Mehr als 60 % von ihnen erlangten bereits das Abitur oder die Fachhochschulreife, die anderen sind noch im regulären Schulbetrieb.

Schüler, die zu anderen Schulformen gewechselt sind, sind ebenfalls erfolgreich in das Schulsystem integriert und erzielen Abschlüsse. Insgesamt erreichten 98% der Schulabsolventen, die die Förderung durchlaufen haben, einen Schulabschluss.

Seit 2009 wird vom Rhein-Kreis Neuss ein Migrantenstipendium vergeben. Es handelt sich dabei um eine finanzielle Förderung in Höhe von 300 Euro monatlich für die Regelstudienzeit von insgesamt 12 Semestern. Seit 2010 werden zwei Stipendien vergeben, von denen das zweite in das Stipendien-Programm des Landes Nordrhein-Westfalen eingebunden ist. Drei Absolventen des Projekts wurden bereits mit diesem Stipendium ausgezeichnet.

Eine Projektabsolventin erhielt ein „Start“-Stipendium für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, das von der Hertie-Stiftung finanziert wird.

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Partnerschulen:

Stadt Neuss:

  • Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
  • Nelly-Sachs-Gymnasium
  • Marie-Curie-Gymnasium
  • Städtisches Gymnasium Norf
Stadt Grevenbroich:

  • Pascal-Gymnasium
  • Erasmus Gymnasium
Stadt Meerbusch:

  • Mataré-Gymnasium
  • Städtisches Gymnasium Meerbusch
Stadt Kaarst:

  • Albert-Einstein-Gymnasium
  • Georg-Büchner-Gymnasium
Stadt Korschenbroich:

  • Städtisches Gymnasium Korschenbroich
Stadt Dormagen :

  • Bettina-von-Arnim-Gymnasium,
  • Leibniz-Gymnasium
Stadt Willich:

  • Sankt-Bernhard-Gymnasium
Stadt Krefeld:

  • Fichte-Gymnasium

Lehrkräfte:

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Torsten Götte                                 Julia Jenner

Kontakt

Herr OStR Torsten Götte: Koordinator, Förderlehrer der Intensivphase (Phase 1)

erreichbar über das Sekretariat des Quirinus-Gymnasiums, E-Mail: torsten.goette@gmx.de

Frau Dr. (RUS) Julia Jenner: Förderlehrerin, Kurse für Fortgeschrittene