02.06.2024


Bueno, nos largamos…


¡a Salamanca!

 

Keine Lust, so einen langen Bericht zu lesen? Dann hier die Kurzfassung: unsere erste Spaniensprachreise war toll und es schreit förmlich nach einer Wiederholung. Sei beim nächsten Mal auch dabei, eine Übersicht über unsere Unternehmungen findest du am Ende.

Aber wenn du wissen möchtest, warum ein paar von uns einen Abstecher nach Italien gemacht haben, wie uns unsere teilweise ersten tänzerischen Versuche in Salsa und Bachata geglückt sind welche Erfahrungen wir sonst so mit Land und Leuten gemacht haben… dann gönn dir alle Zeilen und Bilder.

 

¡Preparado… listo… ya!

Lange fieberten wir auf die Herbstferien hin! Und das nicht nur wegen der Freizeit, die uns erwartete, sondern auch wegen der anstehenden, in der Geschichte des Quirinus-Gymnasiums erstmaligen Spaniensprachreise.

Am Sonntag, den 1. Oktober 2023, war es endlich soweit und eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern brach in Begleitung von Frau Vinga Martins nach Salamanca auf.

 

Los geht’s… der Anreisetag

Doch oh nein: Iberia hatte Überbuchungen für den Flug zugelassen und so mussten drei Personen unserer 10-köpfigen Reisegruppe einen Umweg über Italien machen. Die drei durften sich zwar über eine Entschädigung freuen, das Glück darüber verflog jedoch schnell, da sie durch den Umweg letztendlich erst gegen 2 Uhr morgens in Salamanca ankamen. Kleiner Spoiler: auf dem Rückflug hatten wir keine unvorhergesehenen Verluste zu verzeichnen.

Die Gastfamilien

Vor Ort waren unsere zwei Schülerinnen und sechs Schüler paarweise in Gastfamilien untergebracht, die sie bei ihrer Ankunft herzlich in Empfang nahmen und mit nach Hause begleiteten. Die Gastfamilien waren uns dabei nicht völlig fremd, denn sie hatten uns bereits ein paar Tage zuvor Steckbriefe zugeschickt, in denen sie sich auf Spanisch vorstellten. Eine Schülerin beschreibt ihre Unterbringung in der Gastfamilie wie folgt: „Wir kamen zu einer total freundlichen und liebenswerten Mutter von drei Töchtern mit dem Namen Gloria. Wir haben mit drei weiteren italienischen Austauschschülerinnen, Gloria selbst und zwei ihrer drei Töchter zusammengelebt. Was mir definitiv in Erinnerung geblieben ist, war das komplett andere Essen, das uns Gloria morgens, mittags und abends zubereitete: von Nationalgerichten Spaniens bis hin zu den Lieblingsgerichten ihrer Kinder war alles dabei! Und auch wenn das Essen für mich so anders war als das, was ich kannte, hat es trotzdem geschmeckt! Alles in allem habe ich persönlich viel von der Gastfamilie lernen können. Nicht nur die Gastfreundlichkeit, die uns entgegengebracht wurde, sondern auch die Möglichkeit, eine andere Sprache auf die bestmögliche Art und Weise – und zwar im Land selbst – zu lernen, führte zu einem einzigartigen Erlebnis.“

Unsere Sprachschule Colegio Delibes

Die Gastfamilien lebten alle ca. 5-15 Gehminuten von der Sprachschule Colegio Delibes entfernt, an der unsere Schülerinnen und Schüler von Montag bis Freitag bei muttersprachigen Lehrkräften Spanischunterricht hatten: je 2 Stunden Grammatik, gefolgt von 2 Stunden Konversation.

Vor Reiseantritt hatten alle einen Test durchgeführt, um das jeweilige Sprachniveau festzustellen. So waren schließlich sechs von uns in einer schulinternen Quirinus-Gruppe, während die restlichen zwei Schüler in der “internationalen Gruppe” den Intensivkurs mit höherem Niveau absolvierten.

Obwohl auch in der internationalen Gruppe alle auf einem ähnlichen Leistungsstand waren, mussten unsere beiden Schüler feststellen, dass sie im Bereich der Grammatik noch ein paar Defizite aufwiesen… dafür waren sie in Sachen Wortschatz und Kommunikation aber sehr gut aufgestellt und weit überlegen. Einer unserer Schüler hat bestätigt: „Die Lehrerinnen unseres Kurses waren sehr nett und offen, aber vor allem entspannt. Dabei haben sie es geschafft, uns etwas beizubringen und den Unterricht trotzdem spaßig zu gestalten. Inhaltlich war der grammatikalische Teil sehr nützlich, denn wir haben bereits gelernte Aspekte vertieft und geübt, diese richtig anzuwenden. Gleichzeitig haben wir auch neue Formen gelernt. Ein wenig gegensätzlich dazu war der Teil der Kommunikation nicht ganz so überzeugend und teilweise etwas unterfordernd, aber insgesamt hat uns die Sprachschule überzeugt.“

Und auch unsere interne Gruppe hat vom Unterricht am Colegio Delibes profitiert: „Die beiden Lehrerinnen waren sehr fröhlich und hatten viel Spaß, uns zu unterrichten. Wir befassten uns intensiv mit allen Zeitformen und weiteren wichtigen Grammatikthemen, damit auch das nicht wieder in Vergessenheit gerät.“

Unterstützt wurde das Lernen durch die Arbeit mit Arbeitsheften, die selbstständig von der Sprachschule entwickelt wurden. Der Unterricht selbst fand ausschließlich auf Spanisch statt! Zunächst vielleicht unvorstellbar, dass das funktioniert, aber… das hat es problemlos. Und das hat unseren Fortschritt auch nur zusätzlich begünstigt.

Die Sprachschule an sich ist sehr einladend gestaltet und modern, da alle Räume mit Smartboards und für heiße Tage – selbst während unseres Aufenthaltes im Oktober keine Seltenheit – mit großen Klimaanlagen ausgestattet sind.

Außerschulische Aktivitäten

Außerhalb unseres Unterrichts sollte unsere Gruppe noch tiefer in die spanische Kultur eintauchen. Hierzu organisierte das Colegio Delibes mehrere Aktivitäten.

Gleich am ersten Tag nahmen wir an einer Stadtführung teil, während derer uns die bekanntesten und wichtigsten Orte und Momente in Salamanca gezeigt wurden. Dazu gehörten die Plaza Mayor, die beiden Universitäten und ein kleiner Astronaut in der Außenverzierung einer Kathedrale. Mit ein wenig Hilfe haben wir auch alle „la rana“ – den Frosch – auf der Außenfassade der „Escuelas Mayores“

gefunden, der einem Glück bei Prüfungen bescheren soll. Die Führung wurde von einer der Lehrerinnen vom Colegio Delibes auf Spanisch durchgeführt, war jedoch zum Glück gut verständlich.

Am nächsten Tag wurde unser Wissen gleich in einer Stadtrallye getestet, bei der wir vor vier Orten ein Foto mit unserer Gruppe machen und einige Fragen beantworten sollten. Letztendlich haben beide Teams gewonnen, da das eine Team alle Fragen korrekt beantwortet hatte, das andere aber unumstritten die besseren Fotos hatte.

Auch der Besuch des Museums Casa Lis und des Stadtteils Barrio del Oeste, der für seine Straßenkunst bekannt ist (Garagen und Hauswände sind mal sehr kunstvoll, mal weniger schön bemalt), durften nicht fehlen. Das Barrio del Oeste sollten unsere Schülerinnen und Schüler in einem kleinen Wettkampf erkunden: dazu wurden sie in zwei Teams aufgeteilt und hatten den Auftrag, bestimmte Motive zu finden.

Viel Zeit dafür hatten wir leider nicht, denn nur eineinhalb Stunden später stand ein Salsa-Tanzkurs an.

Mit einigen anderen internationalen Schülerinnen und Schülern wurden wir dann in die Tänze Salsa und Bachata eingeführt. Die Gruppen wurden gemischt, Pärchen aufgestellt und alle paar Minuten sollten die Mädchen zum nächsten Tanzpartner wechseln. Da es mehr Mädchen gab als Jungen, übernahm eine unserer Schülerinnen für diesen Nachmittag die Rolle eines männlichen Tanzpartners, was sie „als einziges Mädchen davor bewahrte, mit dem Tanzlehrer zu tanzen“. Um es vorsichtig auszudrücken, schien dieser nämlich nichts von körperlichem Abstand zwischen sich und seinen Tanzpartnerinnen zu halten und sah sich noch lieber selbst tanzen als zu versuchen, es anderen beizubringen

Freizeit

Neben dem Unterricht und den geplanten Aktivitäten hatten wir auch viel Freizeit. Diese Zeit haben die Schülerinnen und Schüler vielfältig genutzt: sei es für eine „Siesta“ oder um shoppen zu gehen, Gesellschaftsspiele zu spielen, frei zugängliche Fitnessgeräte auf Spielplätzen zu nutzen oder bei strahlendem Sonnenschein einfach ein leckeres, kühlendes Eis zu schlemmen.

Ging es auf den Abend zu, so hatte die Studentenstadt Salamanca ebenfalls viel zu bieten; zum Beispiel Konzerte kleiner, aufstrebender Künstlerinnen und Künstler.

Und sobald es dunkel wurde, schalteten sich auch die Lichter der Plaza Mayor ein und sorgten für einen traumhaft schönen Anblick dieses allseits beliebten Treffpunktes „debajo del reloj“ (unter der Uhr).

Ein paar Jungs unserer Gruppe haben auch das Angebot der Sprachschule wahrgenommen, die spanische Ballsportart Pádel zu spielen: „Zwar hatten wir anfangs noch Probleme, aber letztendlich hat es ganz gut geklappt.“

Am Abreisetag hatten wir bis zum Abflug noch ein paar Stunden Zeit, die wir in Kleingruppen in Madrid verbringen konnten. Also erst einmal Gepäck am Flughafen deponieren und dann ab in die Innenstadt.

Madrid ist gegenüber dem kleinen beschaulichen Salamanca doch ein ganz anderes Kaliber: überall ist es bunt, laut und schrill. Vom Flughaufen braucht man nur eine knappe halbe Stunde, um in den Stadtkern zu kommen. Auch hier gab es viel zu sehen und zu entdecken. So haben ein paar von uns endlich einmal live den berühmten Bahnhof „Atocha“ aus dem Spanischbuch gesehen.

Essen

Salamanca hat aber weitaus mehr zu bieten als Bildung, Geschichte, Kunst, Tanz und shoppen…

Auch die verschiedenen Speisen, die es zu entdecken gibt, sind schlichtweg einladend und exquisit. Während unserer sprachorientierten Reise nach Salamanca bestand für uns erfreulicherweise die Möglichkeit, an einer Tapas-Tour teilzunehmen.

Natürlich waren die Tapas nicht die einzigen kulinarischen Schätze, die uns insbesondere durch ihre Vielfalt beeindruckten. Dementsprechend konnten wir uns an beispielsweise „Bocadillos mit jamón“ (Brötchen mit Schinken) erfreuen oder auch mit einer kleinen Portion „Patatas bravas“ (Kartoffeln mit pikanter Soße) begnügen. Viele haben die Churros (fluffiges Spritzgebäck) und die spanische Tortilla begeistert.

Abschlussworte

Alles in allem haben wir in den sechs Tagen Spanien in einem anderen, einem alltäglichen Kontext erlebt und konnten während der Sprachreise gut in die „vida española“ eintauchen und die Sprachkenntnisse vertiefen. Und ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit, eine Gruppe von Spanischlernenden unseres Quirinus-Gymnasiums nach Spanien begleiten zu dürfen. Vielen Dank, dass ihr acht im Oktober 2023 den Auftakt dazu gemacht habt!

 
 

Oben (von links): Finn J., Philipp H., Gabriel P., Anas M., M. Vinga Martins

Unten (von links): Jan H. C., Alexander R., Eleonora M., Lea S.